Der Kessler Zwillinge Tod rückte Alice und Ellen Kessler im November 2025 erneut in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Die international bekannten Sängerinnen, Tänzerinnen und Schauspielerinnen starben am 17. November 2025 im Alter von 89 Jahren in Grünwald bei München. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben hatten sich beide für einen gemeinsam geplanten assistierten Suizid entschieden und das Datum ihres Todes selbst festgelegt.
Ihr Tod löste neben zahlreichen Würdigungen auch eine neue öffentliche Diskussion über Selbstbestimmung, Suizidhilfe und den Umgang mit dem Lebensende aus. Wer waren also Alice und Ellen Kessler? Hier ist alles Wissenswerte über ihren Tod, ihr gemeinsames Leben und ihre außergewöhnliche Karriere.
Alice und Ellen Kessler: Fakten im Überblick
| Merkmal | Angaben |
|---|---|
| Vollständige Namen | Alice Kessler und Ellen Kessler |
| Bürgerlicher Familienname | Kaessler |
| Bekannt als | Kessler-Zwillinge |
| Geburtsdatum | 20. August 1936 |
| Geburtsort | Nerchau, Sachsen |
| Todestag | 17. November 2025 |
| Sterbeort | Grünwald bei München |
| Alter beim Tod | 89 Jahre |
| Berufe | Tänzerinnen, Sängerinnen, Schauspielerinnen und Entertainerinnen |
| Bekannt durch | Internationale Revue-, Film- und Fernsehauftritte |
| Eurovision Song Contest | 1959 für die Bundesrepublik Deutschland |
| Familienstand | Beide unverheiratet |
| Kinder | Keine öffentlich bekannten Kinder |
| Todesumstände | Gemeinsam geplanter assistierter Suizid |
| Langjähriger Wohnort | Grünwald im Landkreis München |
Wer waren die Kessler-Zwillinge?
Alice und Ellen Kessler wurden am 20. August 1936 im sächsischen Nerchau geboren. Ihr bürgerlicher Nachname lautete Kaessler, für ihre gemeinsame Bühnenkarriere verwendeten sie jedoch die Schreibweise Kessler. Alice war die ältere der beiden Schwestern; Ellen kam kurze Zeit später zur Welt.
Die Zwillinge wuchsen überwiegend in Taucha bei Leipzig auf. Ihre Eltern förderten ihre musikalische und tänzerische Ausbildung früh. Bereits im Alter von etwa sechs Jahren erhielten die Mädchen klassischen Ballettunterricht. 1947 wurden sie in das Kinderballett der Leipziger Oper aufgenommen, wodurch ihre spätere berufliche Laufbahn schon in jungen Jahren vorbereitet wurde.
Ihre Kindheit war nach eigenen späteren Aussagen dennoch nicht unbeschwert. Zwei ältere Brüder starben bereits als Kinder beziehungsweise Jugendliche. Zudem beschrieben die Schwestern ihren Vater als alkoholkrank, unberechenbar und gegenüber ihrer Mutter gewalttätig. Diese familiären Erfahrungen prägten ihre Vorstellungen von Unabhängigkeit und Partnerschaft.
Kessler Zwillinge Tod: Was am 17. November 2025 geschah
Alice und Ellen Kessler starben am 17. November 2025 gemeinsam in ihrem Zuhause in Grünwald. Die erste Todesmeldung wurde noch am selben Tag von deutschen Medien verbreitet und anschließend von Nachrichtenagenturen sowie öffentlich-rechtlichen Medien bestätigt. Beide Schwestern waren 89 Jahre alt und hatten wenige Monate zuvor ihren letzten gemeinsamen Geburtstag gefeiert.
Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben bestätigte, dass es sich um einen assistierten Suizid gehandelt habe. Alice und Ellen waren demnach bereits seit längerer Zeit Mitglieder der Organisation und hatten sich über einen längeren Zeitraum mit einem selbstbestimmten Lebensende beschäftigt. Den 17. November bestimmten sie selbst als Datum ihres Todes.
Nach Angaben der Organisation wurde die Entscheidung nicht kurzfristig getroffen. Die Schwestern ließen sich vorab begleiten und prüfen, wobei auch medizinische und juristische Fachpersonen einbezogen waren. Bei einem assistierten Suizid nimmt die betroffene Person die entscheidende Handlung selbst vor; dies unterscheidet ihn von der in Deutschland verbotenen aktiven Tötung auf Verlangen.
Die Polizei wurde nach dem Tod hinzugezogen, um die Umstände zu überprüfen. Dass staatliche Stellen einen solchen Todesfall untersuchen, ist üblich und bedeutet nicht automatisch, dass ein Verdacht auf eine Straftat besteht. Öffentlich bekannt gewordene Hinweise auf ein Fremdverschulden gab es nicht.
Warum entschieden sich die Kessler-Zwillinge für diesen Weg?
Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben erklärte, Alice und Ellen Kessler hätten ihre Entscheidung über lange Zeit erwogen. Sie wollten ihr Lebensende gemeinsam und selbstbestimmt gestalten. Eine vollständige persönliche oder medizinische Begründung der beiden wurde der Öffentlichkeit jedoch nicht vorgelegt.
Nach ihrem Tod berichteten Medien über gesundheitliche Einschränkungen im hohen Alter. Die langjährige Freundin Carolin Reiber sprach unter anderem über Herzprobleme, den Verlust beziehungsweise eine erhebliche Beeinträchtigung des Geruchs- und Geschmackssinns sowie einen Schlaganfall, den Ellen Kessler zuvor erlitten haben soll. Diese Angaben können den persönlichen Hintergrund teilweise erklären, ersetzen jedoch keine veröffentlichten medizinischen Unterlagen.
Nicht bestätigt ist deshalb die häufig verkürzte Behauptung, eine bestimmte Krankheit sei die alleinige „Todesursache“ der Schwestern gewesen. Ebenso wenig ist öffentlich belegt, dass beide an einer unmittelbar tödlichen oder unheilbaren Erkrankung litten. Gesichert ist lediglich, dass sie sich bewusst für einen assistierten Suizid entschieden und diesen Schritt langfristig vorbereitet hatten.
Bereits Jahre vor ihrem Tod hatten Alice und Ellen in Interviews über Selbstständigkeit im Alter gesprochen. Sie äußerten den Wunsch, nicht dauerhaft pflegebedürftig, vollständig abhängig oder voneinander getrennt leben zu müssen. Ihre spätere Entscheidung kam für viele Menschen überraschend, stand aber nicht vollständig im Widerspruch zu den zuvor öffentlich geäußerten Vorstellungen über ihr Lebensende.
Ihr letzter Wunsch nach einer gemeinsamen Urne
Alice und Ellen Kessler hatten nicht nur ihren Tod gemeinsam geplant, sondern auch konkrete Vorstellungen von ihrer Bestattung geäußert. Bereits 2024 erklärten sie, ihre Asche solle zusammen mit der Asche ihrer Mutter Elsa und ihres Pudels Yello in einer einzigen Urne aufbewahrt werden.
Der Wunsch war nach ihren Aussagen testamentarisch festgehalten. Ihre Mutter und der Hund hatten für die Schwestern eine besondere Bedeutung. Yello hatte ursprünglich ihrer Mutter gehört und wurde nach deren Tod von Alice und Ellen aufgenommen.
Die Umsetzung erwies sich allerdings als rechtlich problematisch. Nach dem in Bayern geltenden Bestattungsrecht dürfen die Aschen mehrerer Menschen grundsätzlich nicht ohne Weiteres in einer einzigen Urne vermischt werden. Auch die gemeinsame Beisetzung menschlicher und tierischer Asche auf einem gewöhnlichen Friedhof unterliegt erheblichen Einschränkungen.
Damit ist zwischen ihrem dokumentierten Wunsch und der tatsächlich zulässigen Beisetzungsform zu unterscheiden. Spätere biografische Darstellungen nennen ein Urnengrab auf dem Waldfriedhof in Grünwald; die ursprüngliche Vorstellung einer einzigen gemeinsamen Urne mit Mutter und Hund ließ sich jedoch offenbar nicht in der gewünschten Form verwirklichen.
Der Wechsel aus der DDR in den Westen
1952 reisten die damals 16-jährigen Schwestern mit einem Besuchervisum zu ihrem Vater, der bereits in Düsseldorf lebte. Sie kehrten anschließend nicht in die DDR zurück. Wenig später gelang es auch ihrer Mutter, in den Westen zu kommen.
Für Alice und Ellen eröffnete der Umzug berufliche Möglichkeiten, die ihnen in Ostdeutschland in dieser Form nicht zur Verfügung gestanden hätten. Sie erhielten Engagements als Tänzerinnen am Düsseldorfer Revuetheater Palladium und sammelten dort erste Bühnenerfahrungen außerhalb des klassischen Balletts.
Der Wechsel von einer staatlichen Opernausbildung zur kommerziellen Revue war für ihre spätere Karriere entscheidend. Die Schwestern entwickelten einen Stil, der präzisen Tanz, Gesang, elegante Kostüme und die visuelle Wirkung eineiiger Zwillinge miteinander verband. Damit unterschieden sie sich deutlich von klassischen Solokünstlerinnen ihrer Zeit.
Der internationale Durchbruch am Pariser Lido
Mitte der 1950er-Jahre wurden Alice und Ellen für das berühmte Pariser Revuetheater Lido engagiert. Sie waren damals ungefähr 18 Jahre alt. Das Engagement brachte sie in eine internationale Unterhaltungswelt, die von aufwendigen Produktionen, großen Orchestern, Choreografien und prominenten Gästen geprägt war.
Am Lido wurden sie zeitweise Teil des Ensembles der Bluebell Girls. Die nahezu identischen Bewegungen, ihre Größe und ihre tänzerische Ausbildung machten sie zu besonders geeigneten Revuekünstlerinnen. Ihr Auftreten wurde zu einer eigenständigen Marke: elegante Bühnenkostüme, kontrollierte Synchronität und eine moderne, selbstbewusste Präsenz.
Paris war nicht nur ein Karriereschritt, sondern das Fundament ihrer internationalen Bekanntheit. Von dort aus erhielten sie Angebote aus dem Film, dem Fernsehen und der Musikindustrie. Innerhalb weniger Jahre wurden aus zwei jungen Balletttänzerinnen aus Sachsen europaweit bekannte Showstars.
Die Kessler-Zwillinge beim Eurovision Song Contest
1959 vertraten Alice und Ellen Kessler die Bundesrepublik Deutschland beim Grand Prix Eurovision de la Chanson, dem heutigen Eurovision Song Contest. Sie traten mit dem Lied „Heute Abend wollen wir tanzen geh’n“ an.
Die Schwestern erreichten den achten Platz. Der Beitrag wurde zwar kein internationaler Wettbewerbssieg, machte sie aber einem großen europäischen Fernsehpublikum bekannt. Für ihre Karriere war die Teilnahme besonders wichtig, weil der noch junge Wettbewerb damals eine der wenigen grenzüberschreitenden Fernsehplattformen Europas bot.
Ihr Eurovision-Auftritt ist bis heute einer der am häufigsten gesuchten Teile ihrer Laufbahn. Er dokumentiert auch den Übergang der Schwestern von der klassischen Revue zu einem breiteren Fernseh- und Musikpublikum.
Warum Alice und Ellen in Italien zu großen Stars wurden
Ihre größten und nachhaltigsten Erfolge feierten die Kessler-Zwillinge nicht ausschließlich in Deutschland, sondern vor allem in Italien. Zu Beginn der 1960er-Jahre traten sie in großen Unterhaltungssendungen des italienischen Fernsehens auf, darunter „Giardino d’Inverno“ und „Studio Uno“.
Besondere Bekanntheit erlangten sie mit der Nummer „Da-da-un-pa“. Das Lied und die dazugehörige Choreografie wurden eng mit ihrem öffentlichen Image verbunden. In einer Zeit, in der sich das italienische Fernsehen zu einem Massenmedium entwickelte, standen Alice und Ellen für internationalen Glamour, technische Perfektion und eine damals ungewöhnlich selbstbewusste weibliche Bühnenpräsenz.
Italienische Medien bezeichneten sie häufig als die „Beine der Nation“. Die Bezeichnung bezog sich auf ihre langen Beine und die starke visuelle Inszenierung ihrer Tanzauftritte. Zugleich greift diese Beschreibung allein zu kurz: Ihr Erfolg beruhte auf jahrelanger Ausbildung, disziplinierter Probenarbeit und der Fähigkeit, Gesang, Tanz und Komik in großen Fernsehproduktionen zu verbinden.
Ihre Bedeutung für das italienische Fernsehen war größer, als viele deutsche Kurzbiografien erkennen lassen. Sie wurden dort nicht lediglich als ausländische Gäste wahrgenommen, sondern als feste Bestandteile der Unterhaltungskultur der 1960er-Jahre.
Auftritte mit internationalen Weltstars
Mit zunehmender Bekanntheit arbeiteten die Schwestern auch in Großbritannien, Australien und den Vereinigten Staaten. Sie traten in international verbreiteten Shows auf und standen mit einigen der bekanntesten Entertainer ihrer Zeit vor der Kamera oder auf der Bühne.
Zu den Künstlern, mit denen sie im Laufe ihrer Karriere auftraten, gehörten unter anderem:
- Frank Sinatra
- Fred Astaire
- Harry Belafonte
- Dean Martin
- Sammy Davis Jr.
- Bing Crosby
- Peter Kraus
Diese Kooperationen zeigen, dass ihre Karriere weit über die deutschsprachige Unterhaltung hinausging. In den USA traten sie in bekannten Fernsehumfeldern wie der „Ed Sullivan Show“, der „Dean Martin Show“ und Produktionen mit Red Skelton auf.
Berichte über Begegnungen mit Elvis Presley gehören ebenfalls zu ihrer öffentlichen Geschichte. Ihnen soll eine Mitwirkung in dem Film „Viva Las Vegas“ angeboten worden sein, die sie ablehnten. Romantische Beziehungen zu Presley, Sinatra oder anderen internationalen Stars wurden dagegen nie zuverlässig bestätigt und sollten nicht als gesicherte Fakten dargestellt werden.
Filme, Musik und spätere Bühnenkarriere
Neben ihren Revuen und Fernsehauftritten spielten Alice und Ellen in mehreren Filmen. Zu ihren frühen Produktionen gehörten „Solang’ es hübsche Mädchen gibt“, „Der Bettelstudent“ und „Vier Mädels aus der Wachau“.
Sie veröffentlichten außerdem Schallplatten in deutscher und italienischer Sprache. Während ihre deutsche Musikkarriere später an Bedeutung verlor, blieben sie im italienischen Fernsehen und in der dortigen Unterhaltungskultur über längere Zeit präsent.
Die Zwillinge zogen sich nach dem Ende ihrer größten Revueerfolge nicht vollständig aus der Öffentlichkeit zurück. Sie übernahmen Theaterrollen, traten in Fernsehproduktionen auf und arbeiteten bis ins hohe Alter auf der Bühne. Noch mit ungefähr 80 Jahren wirkten sie im Udo-Jürgens-Musical „Ich war noch niemals in New York“ mit.
Diese lange Karriere unterschied sie von vielen anderen Showstars der Nachkriegszeit. Ihr öffentliches Bild blieb nicht allein an den Erfolgen der 1950er- und 1960er-Jahre hängen, sondern wurde durch regelmäßige spätere Auftritte und Interviews weitergeführt.
Alice und Ellen waren nicht völlig gleich
Obwohl sie öffentlich fast immer als Einheit erschienen, beschrieben Alice und Ellen ihre Persönlichkeiten als unterschiedlich. Ellen galt als impulsiver, unternehmungslustiger und antreibender. Alice bezeichnete sich eher als vorsichtig, kontrolliert und abwägend.
Die Schwestern fassten diese Rollenverteilung sinngemäß so zusammen: Ellen sei der Motor, Alice die Bremse. Diese Unterschiede halfen ihnen offenbar, gemeinsame berufliche und private Entscheidungen auszubalancieren.
Auch außerhalb der Bühne führten sie zeitweise eigenständige Leben. Ellen wohnte zeitweise in Rom, während Alice eine Wohnung in Kitzbühel besaß. Dennoch blieben sie beruflich eng verbunden und lebten später wieder dauerhaft gemeinsam in Grünwald.
Partner, Ehe und Kinder
Alice und Ellen Kessler waren nie verheiratet und hatten keine öffentlich bekannten Kinder. Beide erklärten ihre Distanz zur Ehe unter anderem mit den belastenden Erfahrungen im Elternhaus. Sie wollten wirtschaftlich und persönlich unabhängig bleiben.
Ellen Kessler führte über viele Jahre eine Beziehung mit dem italienischen Schauspieler Umberto Orsini. Die Partnerschaft erstreckte sich Berichten zufolge von den 1960er- bis in die 1980er-Jahre.
Alice Kessler war mit dem französischen Sänger Marcel Amont verbunden. Zudem führte sie eine ungefähr vierjährige Beziehung mit dem italienischen Schauspieler und Regisseur Enrico Maria Salerno.
Die Entscheidung gegen eine Ehe bedeutete nicht, dass die Schwestern keine langfristigen Beziehungen führten. Sie trennten jedoch ihr persönliches Liebesleben von ihrer dauerhaften familiären und beruflichen Bindung zueinander.
Das gemeinsame Leben in Grünwald
Alice und Ellen kauften ihrer Mutter in den 1960er-Jahren ein Haus in Grünwald. Nach deren Tod lebten sie selbst dauerhaft in der Gemeinde südlich von München. Ab 1987 wird ein gemeinsames Haus der Schwestern in Grünwald genannt.
Ihr Zusammenleben wurde in späteren Interviews häufig thematisiert. Die Schwestern betonten, dass sie zwar eng verbunden seien, aber Rückzugsmöglichkeiten und eigene Tagesabläufe benötigten. Ihre Beziehung beruhte nicht darauf, ständig dasselbe zu tun, sondern auf einer über Jahrzehnte entwickelten Arbeits- und Lebensgemeinschaft.
Grünwald blieb bis zu ihrem Tod ihr Lebensmittelpunkt. Dort lebten sie vergleichsweise zurückgezogen, nahmen aber weiterhin an ausgewählten Veranstaltungen, Interviews und Preisverleihungen teil.
Auszeichnungen und öffentliche Anerkennung
Alice und Ellen Kessler erhielten im Laufe ihrer Karriere mehrere staatliche und kulturelle Auszeichnungen. 1987 wurde ihnen das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Die Ehrung würdigte nicht nur ihre Unterhaltungskarriere, sondern auch ihre Rolle als international bekannte deutsche Künstlerinnen.
Zu den weiteren Auszeichnungen gehörten die Goldene Rose von Montreux sowie Ehrungen für ihre Beiträge zur deutsch-italienischen Verständigung. 2006 wurden sie anlässlich ihres 70. Geburtstags zu Ehrenbürgerinnen ihres Geburtsortes Nerchau ernannt.
2025 erhielten die Schwestern den Bayerischen Verdienstorden. Damit wurden sie noch wenige Monate vor ihrem Tod für ihr langjähriges kulturelles Wirken ausgezeichnet.
Ihre Ehrungen unterstreichen, dass sie nicht nur als Revuetänzerinnen wahrgenommen wurden. Sie repräsentierten über Jahrzehnte eine internationale Form deutscher Unterhaltung und bauten insbesondere zwischen Deutschland, Frankreich und Italien kulturelle Verbindungen auf.
Wie regelten die Kessler-Zwillinge ihr Erbe?
Eine amtlich bestätigte Gesamtsumme ihres Vermögens ist nicht öffentlich bekannt. Konkrete Millionenschätzungen, die auf verschiedenen Promiportalen erscheinen, beruhen nicht auf zugänglichen Steuerunterlagen, vollständigen Immobilienbewertungen oder veröffentlichten Nachlassakten.
Öffentlich nachvollziehbar ist jedoch, dass die Schwestern über Jahrzehnte Einnahmen aus Bühnenengagements, Filmen, Fernsehauftritten, Musikveröffentlichungen, Büchern und wahrscheinlich Immobilien erzielten. Sie erklärten selbst, gut verdient und ihr Vermögen sorgfältig verwaltet zu haben.
Ursprünglich wollten sie ihren Nachlass vollständig Ärzte ohne Grenzen zukommen lassen. 2023 änderten sie ihr Testament und teilten das Erbe nach Medienberichten auf mehrere gemeinnützige Organisationen auf. Genannt wurden:
- Ärzte ohne Grenzen
- UNICEF
- Christoffel-Blindenmission
- Deutsche Stiftung Patientenschutz
- Paul-Klinger-Künstlersozialwerk
Die genaue Höhe der einzelnen Zuwendungen wurde nicht veröffentlicht. Daher wäre es unzutreffend, bestimmte Beträge oder prozentuale Anteile als gesicherte Tatsachen anzugeben.
Öffentliche Reaktionen und Debatte über assistierten Suizid
Der gemeinsame Tod der Schwestern führte zu zahlreichen Nachrufen in Deutschland, Italien und weiteren Ländern. Viele Würdigungen konzentrierten sich auf ihre internationale Karriere, ihre tänzerische Präzision und ihre enge lebenslange Verbindung.
Gleichzeitig entstand eine kontroverse Diskussion über die mediale Darstellung ihres Todes. Kritiker warnten davor, den gemeinsamen assistierten Suizid als konsequente oder romantische Vollendung eines unzertrennlichen Lebens darzustellen. Eine solche Erzählung könne die gesundheitlichen, rechtlichen und gesellschaftlichen Dimensionen des Themas unangemessen vereinfachen.
Andere Stimmen betonten das Recht erwachsener und entscheidungsfähiger Menschen auf ein selbstbestimmtes Lebensende. Die DGHS verwies darauf, dass die Entscheidung der Schwestern langfristig geprüft und vorbereitet worden sei.
Der Fall machte damit erneut sichtbar, dass assistierter Suizid in Deutschland legal möglich sein kann, politisch und gesellschaftlich aber weiterhin umstritten ist. Zu den zentralen Fragen gehören der Schutz vulnerabler Menschen, die Prüfung der freien Willensbildung, der Zugang zu Palliativversorgung und die gesetzliche Regulierung von Suizidhilfe.
Das Vermächtnis von Alice und Ellen Kessler
Die Kessler-Zwillinge gehörten zu den wenigen deutschen Künstlerinnen der Nachkriegszeit, die eine dauerhaft internationale Unterhaltungskarriere aufbauen konnten. Ihr Weg führte von der Opernausbildung in Leipzig über Düsseldorfer Revuebühnen und das Pariser Lido bis in die größten Fernsehshows Italiens und der Vereinigten Staaten.
Ihre Bedeutung lag nicht allein in ihrer äußeren Ähnlichkeit. Sie verbanden klassischen Tanz mit moderner Fernsehunterhaltung und entwickelten eine wiedererkennbare Bühnenidentität. Besonders in Italien prägten sie eine Phase, in der das Fernsehen glamouröser, internationaler und visuell anspruchsvoller wurde.
Zugleich verkörperten sie ein Lebensmodell, das für Frauen ihrer Generation nicht selbstverständlich war. Beide blieben unverheiratet, führten eigene Beziehungen, verwalteten ihre Karriere selbstbewusst und bewahrten ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit.
Ihr Tod veränderte die öffentliche Betrachtung ihres Lebenswerks. Neben der Erinnerung an ihre Auftritte wurde nun auch ihre langjährige Auseinandersetzung mit Alter, Autonomie und dem eigenen Lebensende zu einem zentralen Teil ihrer Biografie.
Fazit
Alice und Ellen Kessler starben am 17. November 2025 im Alter von 89 Jahren durch einen gemeinsam geplanten assistierten Suizid. Die Entscheidung war nach Angaben der begleitenden Organisation langfristig vorbereitet; eine einzelne Erkrankung als ausschlaggebende Todesursache wurde nicht öffentlich bestätigt.
Ihr Lebenswerk reicht von der Ballettausbildung in Sachsen über den Eurovision Song Contest bis zu großen Bühnen- und Fernseherfolgen in Frankreich, Italien und den USA. Die Kessler-Zwillinge bleiben damit sowohl als internationale Unterhaltungskünstlerinnen als auch durch die öffentliche Diskussion über ihr selbstbestimmtes Lebensende in Erinnerung.
Häufig gestellte Fragen
Sind die Kessler-Zwillinge tot?
Ja. Alice und Ellen Kessler starben am 17. November 2025 gemeinsam in Grünwald bei München. Beide waren 89 Jahre alt.
Wie starben die Kessler-Zwillinge?
Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben bestätigte einen assistierten Suizid. Die Schwestern hatten sich langfristig mit der Entscheidung beschäftigt und den Todestag selbst festgelegt.
Was war die Todesursache der Kessler-Zwillinge?
Als unmittelbarer Todesumstand wurde ein assistierter Suizid bestätigt. Eine einzelne Krankheit als gemeinsame natürliche Todesursache wurde nicht veröffentlicht. Berichte über gesundheitliche Probleme liefern lediglich zusätzlichen Kontext.
Warum wollten Alice und Ellen gemeinsam sterben?
Nach Angaben der DGHS war ihre Entscheidung langfristig vorbereitet und wohlüberlegt. Sie hatten außerdem schon früher erklärt, Selbstständigkeit bewahren und im hohen Alter nicht dauerhaft voneinander getrennt oder vollständig abhängig leben zu wollen.
Waren die Kessler-Zwillinge verheiratet oder hatten sie Kinder?
Nein. Beide Schwestern blieben unverheiratet und hatten keine öffentlich bekannten Kinder. Sie führten jedoch mehrere bekannte langjährige Beziehungen.
Was geschah mit dem Vermögen der Kessler-Zwillinge?
Ihr Vermögen sollte nach einer Testamentsänderung an mehrere gemeinnützige Organisationen gehen, darunter Ärzte ohne Grenzen, UNICEF und die Christoffel-Blindenmission. Die genaue Höhe des Nachlasses und die einzelnen Anteile sind nicht öffentlich bestätigt.
